Erfolgreich sich selbst vermarkten

Wenn das eigene Unternehmen nach intensiver Vorbereitung endlich gegründet ist, warten auf viele Gründerinnen und Gründer plötzlich neue Herausforderungen. Sie sind das Gesicht ihres Unternehmens und stehen von jetzt auf gleich im Rampenlicht. Wie lässt sich das (Selbst-)Marketing erfolgreich ausbauen? Und ist Professionalität entscheidend?  Nachwuchs-Journalistin und Fotografin Annelie Ahäuser berichtet über ihre Erfahrungen.

Annelie, Du hast gleich mehrere Standbeine. Worauf sollten Gründer beim Marketing achten?
Das Wichtigste ist zunächst, die richtige Plattform für seine Zielgruppe auszuwählen. Als Fotografin ist das bei mir ganz klar Instagram. Als Moderatorin und Nachwuchs-Journalistin kann ich meine Kunden eher auf Linkedin erreichen. Bei der Eröffnung eines lokalen Geschäftes, bspw. einem Café oder bei einer Werkstatt, wären auch Anzeigen in den hiesigen Zeitungen, Plakataktionen oder Flyerverteilung erfolgsversprechend.

Einige werden mit Social-Media groß, andere tun sich schwerer mit der Selbstdarstellung. Muss es immer perfekt sein?
Nein, auf keinen Fall. Insbesondere in den Sozialen Medien, doch auch generell im Marketing, zählt, was authentisch ist. Ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen, Transparenz, auch wenn mal etwas schiefläuft – all das macht das Marketing menschlich, lässt uns selbst zu unserer einzigartigen Marke werden und wird diejenigen ansprechen, die zu uns passen.

Ist es wichtig, sich als Gründerin oder Gründer selbst zu zeigen?
Ich denke schon, denn viele Angebote und Leistungen sind mittlerweile austauschbar oder der Preis entscheidet. Die Gründungspersönlichkeiten und ihre Geschichten tragen letztlich dazu bei, dass man sich einen Namen macht und sichtbar wird.

Nun gibt es Menschen, die zwar in der Selbstständigkeit ihre Berufung sehen, die jedoch weniger gern im Rampenlicht stehen. Doch auch sie müssen sich zeigen. Welche Tipps hast du gegen Lampenfieber?
Wichtig ist es, dass man sich in seiner Rolle wohlfühlt. Da gilt es auf die jeweilige Persönlichkeit zu achten und ein entsprechendes Format zu wählen. Bin ich jemand, der die Kamera gerne meidet, dann wähle ich lieber kürzere Erklär-Clips oder Off-Text über Bildern. Das Publikum merkt, wenn wir uns in eine Rolle zwängen. Authentizität überzeugt, Fehler werden in der Regel schnell verziehen. Für das Sprechen vor der Kamera hilft zudem ein einfacher Gedanke: Erzähle es so, als würde dein bester Freund dir gegenübersitzen.

Wer oder was hat dir bei der Entwicklung deiner (Unternehmerinnen-)Persönlichkeit geholfen?
Ich habe in den vergangenen Jahren viele Weiterbildungen und Seminare besucht. Da gibt es viele Coaches, die wahre Entwicklungssprünge bei mir ausgelöst haben. Gerade, wenn es um erfolgreiche Kommunikation und Körpersprache geht, können Seminare sehr viel bewirken. Da gibt es auch von der Gründungs- und Innovationsakademie Region Goslar interessante Angebote.

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